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<title>Vierte Partei</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Vierte Partei</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p>Unter dem Schlagwort <b>Vierte Partei</b> wurden in der <a href="Bundesrepublik_Deutschland" class="mw-redirect" title="Bundesrepublik Deutschland">Bundesrepublik Deutschland</a> in den 1970er und frühen 1980er Jahren Diskussionen um eine <a href="Bundesweite_Ausdehnung_der_CSU" title="Bundesweite Ausdehnung der CSU">bundesweite Ausdehnung der CSU</a> unter der Führung von <a href="Franz_Josef_Strau%C3%9F" title="Franz Josef Strauß">Franz Josef Strauß</a> geführt.
</p><p>Der Begriff ist insofern uneindeutig bis irreführend, als die bayerische <a href="Christlich-Soziale_Union_in_Bayern" title="Christlich-Soziale Union in Bayern">Christlich-Soziale Union</a>, obwohl nur in Bayern wählbar, jederzeit eine selbständige <a href="Politische_Partei" title="Politische Partei">Partei</a> war und somit im <a href="Deutscher_Bundestag" title="Deutscher Bundestag">Deutschen Bundestag</a> immer mindestens vier Parteien (in drei <a href="Fraktion_(Bundestag)" class="mw-redirect" title="Fraktion (Bundestag)">Fraktionen</a>) vertreten waren; er war aber zur Zeit der Diskussionen allgemein im Gebrauch, da die CDU in Bayern nicht an Wahlen teilnahm, die CSU dafür nicht im Rest des Bundesgebietes und deshalb nach dem Ausscheiden von <a href="Gesamtdeutscher_Block_/_Bund_der_Heimatvertriebenen_und_Entrechteten" title="Gesamtdeutscher Block / Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten">GB/HE</a> und <a href="Nationaldemokratische_Partei_Deutschlands" class="mw-redirect" title="Nationaldemokratische Partei Deutschlands">NPD</a> aus den Parlamenten sowohl auf Landes- als auch Bundesebene lange Zeit jeweils nur drei Parteien zur Wahl standen, welche die Aussicht hatten, die 5-%-Hürde zu überspringen. Er lässt sich daher für die Zeit seiner Entstehung am ehesten mit der Ausdehnung der CSU als bundesweit wählbare Partei bzw. der dafür geschaffenen Vorfeldorganisationen gleichsetzen.
</p><p>Ferner wurde das Schlagwort für die <a href="B%C3%BCndnis_90/Die_Gr%C3%BCnen" title="Bündnis 90/Die Grünen">Grünen</a> verwendet, kam mit deren parlamentarischer Etablierung in den 1980er Jahren aber außer Gebrauch.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Bundesweite_CSU">Bundesweite CSU</h2></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→ </span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Bundesweite_Ausdehnung_der_CSU" title="Bundesweite Ausdehnung der CSU">Bundesweite Ausdehnung der CSU</a></i></div>
<p>SPD und FDP bildeten ab 1969 eine <a href="Sozialliberale_Koalition" title="Sozialliberale Koalition">sozialliberale Koalition</a> und gingen deutlich gestärkt aus der <a href="Bundestagswahl_1972" title="Bundestagswahl 1972">Bundestagswahl 1972</a> hervor. Dadurch kam es in der Opposition von CDU und CSU zu Überlegungen, wie man mittelfristig eine absolute Mehrheit von CDU und CSU erreichen könne. Darunter war die Idee, die bisher auf <a href="Bayern" title="Bayern">Bayern</a> beschränkte CSU zu einer bundesweit antretenden <i>vierten Partei</i> zu machen. Diese sollte vor allem das konservative Profil schärfen und Wähler des rechten Randes an sich binden. Die CDU hätte dann die Möglichkeit, das Spektrum der Mitte abzudecken und auch liberale Wähler anzusprechen. Diese Idee war vor allem in der CSU populär, die sich durch ein bundesweites Antreten einen Bedeutungsgewinn erhoffte. Weniger Zustimmung fand die Idee in den eher liberalen Kreisen der CDU, die Verluste durch die Konkurrenz einer vierten Partei befürchteten.
</p><p>Bereits 1970 bildeten sich sogenannte <i>CSU-Freundeskreise</i> außerhalb Bayerns, in denen sich unter anderem <a href="Nationalkonservatismus" title="Nationalkonservatismus">nationalkonservative</a> Gegner der <a href="Neue_Ostpolitik" class="mw-redirect" title="Neue Ostpolitik">Neuen Ostpolitik</a> engagierten (darunter <a href="J%C3%BCrgen_Rieger" title="Jürgen Rieger">Jürgen Rieger</a>)<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und die bei einem entsprechenden Beschluss schnell lokale Verbände hätten aufbauen können. 1975 gründete sich – ohne Teilnahme der CSU – die <i><a href="Aktionsgemeinschaft_Vierte_Partei" title="Aktionsgemeinschaft Vierte Partei">Aktionsgemeinschaft VIERTE PARTEI</a></i>, die die Pläne in die Tat umsetzen wollte, aber an der fehlenden Kooperation der CSU und der „Freundeskreise“ scheiterte.
</p><p>Daneben gab es auf Landesebene den Berliner <a href="Bund_Freies_Deutschland" title="Bund Freies Deutschland">Bund Freies Deutschland</a> (BFD), die Saarländische <a href="Christlich_Soziale_W%C3%A4hler_Union" title="Christlich Soziale Wähler Union">Christlich Soziale Wähler Union</a> (CSWU), die <a href="Nationalliberale_Aktion" title="Nationalliberale Aktion">Nationalliberale Aktion</a> (NA), deren Nachfolger die <a href="Deutsche_Union_(Partei)" title="Deutsche Union (Partei)">Deutsche Union</a> (DU), aus der wiederum die nordrhein-westfälische <a href="Deutsche_Soziale_Union_(Westdeutschland)" title="Deutsche Soziale Union (Westdeutschland)">Deutsche Soziale Union (Westdeutschland)</a> (DSU) hervorging, die konservative Bremer <a href="Partei_Freier_B%C3%BCrger" title="Partei Freier Bürger">Partei Freier Bürger</a> (PFB), welche später in der <a href="Bremer_Gr%C3%BCne_Liste" title="Bremer Grüne Liste">Bremer Grünen Liste</a> aufgehen sollte, und die <a href="Deutsche_Solidarit%C3%A4t_%E2%80%93_Union_f%C3%BCr_Umwelt_und_Lebensschutz" title="Deutsche Solidarität – Union für Umwelt und Lebensschutz">Vierte Partei Deutschlands – Union für Umwelt und Lebensschutz</a> (VPD). 1975 wurde mit <a href="Aktionsgemeinschaft_Vierte_Partei" title="Aktionsgemeinschaft Vierte Partei">Aktionsgemeinschaft Vierte Partei</a> der Versuch unternommen, eine bundesweite Organisation zu gründen. 1977 folgte der erfolglose Versuch, mit der <a href="Soziale_Demokratische_Union" title="Soziale Demokratische Union">Sozialen Demokratischen Union</a> eine Partei für abtrünnige SPD-Mitglieder und -Wähler aus der Taufe zu heben. Ebenso erfolglos blieben die 1979 gegründete <a href="Die_B%C3%BCrgerpartei" title="Die Bürgerpartei">Bürgerpartei</a> (BP)<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und die Liberal-Konservative Aktion.
</p><p>Nachdem die CDU/CSU unter Führung des CDU-Vorsitzenden <a href="Helmut_Kohl" title="Helmut Kohl">Helmut Kohl</a> die <a href="Bundestagswahl_1976" title="Bundestagswahl 1976">Bundestagswahl 1976</a> verloren hatte, kam es zum offenen Machtkampf zwischen ihm und dem CSU-Vorsitzenden <a href="Franz_Josef_Strau%C3%9F" title="Franz Josef Strauß">Franz Josef Strauß</a>. Mit dem <a href="Kreuther_Trennungsbeschluss" class="mw-redirect" title="Kreuther Trennungsbeschluss">Kreuther Trennungsbeschluss</a> vom November 1976 kündigte die CSU-Landesgruppe im Bundestag die Fraktionsgemeinschaft mit der CDU auf. Diesen Beschluss nahm die Landesgruppe zurück, nachdem die CDU bereits einen Landesverband in Bayern vorbereitet hatte.
</p><p>In den folgenden Jahren kam es hin und wieder zu neuen Diskussionen um eine <i>vierte Partei</i>; insbesondere <a href="Franz_Josef_Strau%C3%9F" title="Franz Josef Strauß">Franz Josef Strauß</a> verteidigte diese Idee weiterhin als Weg zur Regierungsübernahme,<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> während Helmut Kohl und der größte Teil der CDU sie ablehnten. Die unterschiedlichen Standpunkte gründeten dabei auch auf einer unterschiedlichen Einschätzung der FDP: Strauß hielt sie für eine linke Partei, die sich an die SPD gebunden habe;<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Kohl hingegen war der Auffassung, dass eine Regierungsübernahme auch durch einen Koalitionswechsel der FDP möglich wäre – womit er schließlich recht behielt. Einige Kommentatoren waren auch der Ansicht, dass dem vergleichsweise moderaten Kohl eine Regierung mit den Liberalen durchaus lieber war als allein mit einer gestärkten, rechtskonservativen CSU.
</p><p>Für die <a href="Bundestagswahl_1980" title="Bundestagswahl 1980">Bundestagswahl 1980</a> konnte sich Strauß als Kanzlerkandidat der Unionsparteien gegen Kohls Wunschkandidaten <a href="Ernst_Albrecht" title="Ernst Albrecht">Ernst Albrecht</a> durchsetzen. Nach Strauß’ deutlichem Scheitern bei der Wahl gegen Kanzler <a href="Helmut_Schmidt" title="Helmut Schmidt">Helmut Schmidt</a> war Kohls Stellung aber wieder gestärkt, so dass eine <i>vierte Partei</i> als Wunschkonzept der CSU an Bedeutung verlor. 1982 kam es tatsächlich zum <a href="Wende_(Bundesrepublik_Deutschland)" title="Wende (Bundesrepublik Deutschland)">Koalitionswechsel der FDP</a>, und Helmut Kohl wurde Kanzler. Bei der <a href="Bundestagswahl_1983" title="Bundestagswahl 1983">Bundestagswahl 1983</a> etablierten sich einerseits die Grünen als neue Partei im Bundestag, andererseits wurde die Regierungsmehrheit von CDU/CSU und FDP bestätigt, so dass die Idee einer <i>vierten Partei</i> aus Reihen der CSU zu den Akten gelegt wurde.
</p>
<table class="wikitable" style="text-align:center;">
<caption>Wahlergebnisse zwischen 1975 und 1980 (in Prozent)
</caption>
<tbody><tr class="hintergrundfarbe6">
<th>Jahr
</th>
<th style="width:3.0em;"><a href="Landtagswahlen_in_Bayern#Wahlergebnisse" title="Landtagswahlen in Bayern">BY</a><style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261937660">
/* start https://de.wikipedia.org/ */
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/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style> <span class="fussnoten-etui reference"><sup class="fussnoten-marke" data-annotationpair-m="BY">BY</sup></span>
</th>
<th style="width:3.0em;"><a href="Wahl_zum_Abgeordnetenhaus_von_Berlin#Wahlergebnisse_über_die_Zeit" title="Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin">BE</a>
</th>
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</th>
<th style="width:3.0em;"><a href="Hessischer_Landtag#Wahlergebnisse" title="Hessischer Landtag">HE</a>
</th>
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</th>
<th style="width:3.0em;"><a href="Landtagswahlen_(Saarland)" class="mw-redirect" title="Landtagswahlen (Saarland)">SL</a>
</th>
<th style="width:3.0em;"><a href="Deutscher_Bundestag#Geschichte" title="Deutscher Bundestag">DEU</a>
</th></tr>
<tr>
<td>1975
</td>
<td>
</td>
<td>3,4 <span class="fussnoten-etui reference"><sup class="fussnoten-marke" data-annotationpair-m="BFD">BFD</sup></span>
</td>
<td>0,4 <span class="fussnoten-etui reference"><sup class="fussnoten-marke" data-annotationpair-m="PFB">PFB</sup></span>
</td>
<td>
</td>
<td>
</td>
<td>n. a.
</td>
<td>
</td></tr>
<tr>
<td>1976
</td>
<td>60,0
</td>
<td>
</td>
<td>
</td>
<td>
</td>
<td>
</td>
<td>
</td>
<td><0,1 <span class="fussnoten-etui reference"><sup class="fussnoten-marke" data-annotationpair-m="AVP">AVP</sup></span>
</td></tr>
<tr>
<td>1978
</td>
<td>59,1
</td>
<td>
</td>
<td>
</td>
<td><0,1 <span class="fussnoten-etui reference"><sup class="fussnoten-marke" data-annotationpair-m="AVP">AVP</sup></span>
</td>
<td><0,1 <span class="fussnoten-etui reference"><sup class="fussnoten-marke" data-annotationpair-m="VPD">VPD</sup></span>
</td>
<td>
</td>
<td>
</td></tr>
<tr>
<td>1979
</td>
<td>
</td>
<td>
</td>
<td>n. a.
</td>
<td>
</td>
<td>
</td>
<td>
</td>
<td>
</td></tr>
<tr>
<td>1980
</td>
<td>57,6
</td>
<td>n. a.
</td>
<td>
</td>
<td>
</td>
<td>
</td>
<td>0,9 <span class="fussnoten-etui reference"><sup class="fussnoten-marke" data-annotationpair-m="CSWU">CSWU</sup></span>
</td>
<td><0,1 <span class="fussnoten-etui reference"><sup class="fussnoten-marke" data-annotationpair-m="DU">DU</sup></span> <span class="fussnoten-etui reference"><sup class="fussnoten-marke" data-annotationpair-m="EZ">EZ</sup></span>
</td></tr></tbody></table>
<div class="fussnoten-block"><div class="fussnoten-inhalt references"><sup class="fussnoten-marke mw-cite-backlink" data-annotationpair-a="AVP">AVP</sup> <div class="reference-text">Aktionsgemeinschaft Vierte Partei</div></div></div>
<div class="fussnoten-block"><div class="fussnoten-inhalt references"><sup class="fussnoten-marke mw-cite-backlink" data-annotationpair-a="BFD">BFD</sup> <div class="reference-text">Bund Freies Deutschland</div></div></div>
<div class="fussnoten-block"><div class="fussnoten-inhalt references"><sup class="fussnoten-marke mw-cite-backlink" data-annotationpair-a="BY">BY</sup> <div class="reference-text">einschließlich der <a href="Bundestagswahl" title="Bundestagswahl">Bundestagswahlen</a> von <a href="Bundestagswahl_1976" title="Bundestagswahl 1976">1976</a> und <a href="Bundestagswahl_1980" title="Bundestagswahl 1980">1980</a></div></div></div><div class="fussnoten-block"><div class="fussnoten-inhalt references"><sup class="fussnoten-marke mw-cite-backlink" data-annotationpair-a="CSWU">CSWU</sup> <div class="reference-text">Christlich Soziale Wähler Union</div></div></div>
<div class="fussnoten-block"><div class="fussnoten-inhalt references"><sup class="fussnoten-marke mw-cite-backlink" data-annotationpair-a="DU">DU</sup> <div class="reference-text">Deutsche Union</div></div></div>
<div class="fussnoten-block"><div class="fussnoten-inhalt references"><sup class="fussnoten-marke mw-cite-backlink" data-annotationpair-a="EZ">EZ</sup> <div class="reference-text">Nur Erststimmen</div></div></div>
<div class="fussnoten-block"><div class="fussnoten-inhalt references"><sup class="fussnoten-marke mw-cite-backlink" data-annotationpair-a="PFB">PFB</sup> <div class="reference-text">Partei Freier Bürger</div></div></div>
<div class="fussnoten-block"><div class="fussnoten-inhalt references"><sup class="fussnoten-marke mw-cite-backlink" data-annotationpair-a="VPD">VPD</sup> <div class="reference-text">Vierte Partei Deutschlands</div></div></div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Die_Grünen"><span id="Die_Gr.C3.BCnen"></span>Die Grünen</h2></div>
<p>Die in den 1970er Jahren entstehenden „<a href="Geschichte_von_B%C3%BCndnis_90/Die_Gr%C3%BCnen#Vorgeschichte_und_Vorläufergruppierungen" title="Geschichte von Bündnis 90/Die Grünen">grünen</a>“ Bewegungen wurden ebenfalls als „vierte Partei“ gehandelt, zumal anfangs unklar war, ob sie sich politisch eher rechts oder links einordnen würden. Dies betraf vor allem die 1978 gegründete <i><a href="Gr%C3%BCne_Aktion_Zukunft" title="Grüne Aktion Zukunft">Grüne Aktion Zukunft</a></i> des aus der CDU ausgetretenen Bundestagsabgeordneten <a href="Herbert_Gruhl" title="Herbert Gruhl">Herbert Gruhl</a>.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Mit der Entstehung einer einzigen grünen Partei nach 1979 wurde jedoch klar, dass diese sich politisch links verortete und somit nicht der ursprünglichen Vorstellung einer konservativen <i>vierten Partei</i> neben der Union entsprach, wenngleich sie die vierte (bzw. korrekt: fünfte) Partei im Bundestag wurde.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Nachdem sich die Grünen parlamentarisch etabliert hatte, kam der Begriff „Vierte Partei“ in den 1980er Jahren außer Gebrauch.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Konservative_und_rechte_Kleinparteien_seit_den_1980er_Jahren_bis_zur_Jahrtausendwende">Konservative und rechte Kleinparteien seit den 1980er Jahren bis zur Jahrtausendwende</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Die_Republikaner">Die Republikaner</h3></div>
<p>Kurzen Auftrieb erhielt die Idee einer sogenannten „Vierten Partei“ durch die Neugründung der Partei <i><a href="Die_Republikaner" title="Die Republikaner">Die Republikaner</a></i> 1983, die zunächst eine CSU-Abspaltung war. Mit <a href="Franz_Handlos" title="Franz Handlos">Franz Handlos</a> beteiligte sich der Antragsteller des Kreuther Trennungsbeschlusses von 1976 und wurde ihr Gründungsvorsitzender. Er und seine Mitstreiter hofften, die Idee einer bundesweiten Partei rechts der Union, aber auf dem Boden des <a href="Grundgesetz_f%C3%BCr_die_Bundesrepublik_Deutschland" title="Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland">Grundgesetzes</a>, erfüllen zu können.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Da die CDU/CSU aber Kooperationen mit den REP ablehnte, konservative Wähler weiterhin an sich binden konnte und dadurch die REP an den äußersten rechten Rand drängte (Strauß: <i>„Rechts von der CSU darf es keine demokratisch legitimierte Partei geben“</i>), schafften es auch die Republikaner nicht, sich im Sinne einer vierten Partei zu etablieren.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Deutsche_Soziale_Union">Deutsche Soziale Union</h3></div>
<p>Nach der politischen <a href="Wende_(DDR)" class="mw-redirect" title="Wende (DDR)">Wende</a> in der DDR sah sich die CSU durch die Vereinigung beider deutscher Staaten mit einem drohenden Bedeutungsverlust auf Bundesebene konfrontiert und unterstützte daher die ihr programmatisch nahestehende <a href="Mitte-rechts" title="Mitte-rechts">Mitte-rechts</a>-Partei <a href="Deutsche_Soziale_Union" title="Deutsche Soziale Union">DSU</a> zur Zeit ihrer Gründung. Bei der ersten (und letzten) <a href="Volkskammerwahl_1990" title="Volkskammerwahl 1990">freien Wahl der Volkskammer</a> in der <a href="Deutsche_Demokratische_Republik" title="Deutsche Demokratische Republik">DDR</a> im Jahr 1990 trat sie als Partner der linkeren <a href="Christlich-Demokratische_Union_Deutschlands_(DDR)" title="Christlich-Demokratische Union Deutschlands (DDR)">ostdeutschen CDU</a> und des <a href="Demokratischer_Aufbruch" title="Demokratischer Aufbruch">Demokratischen Aufbruchs</a> im Wahlbündnis <a href="Allianz_f%C3%BCr_Deutschland" title="Allianz für Deutschland">Allianz für Deutschland</a> an und war anschließend in der <a href="Regierung_de_Maizi%C3%A8re" title="Regierung de Maizière">Regierung de Maizière</a> vertreten. Allerdings blieben die Wahlerfolge der DDR-weiten Partei hinter den Erwartungen zurück. Bei den Landtagswahlen im Oktober 1990 konnte sie kein Mandat erringen. Der Versuch, auch in Westdeutschland Fuß zu fassen, führte nach Intervention der CDU zum Abbruch der Kontakte zur CSU. So wurde die DSU eine unbedeutende rechtskonservative Kleinpartei.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Alternative_f%C3%BCr_Deutschland" title="Alternative für Deutschland">Alternative für Deutschland</a> (AfD)</li>
<li><a href="Bund_freier_B%C3%BCrger" title="Bund freier Bürger">Bund freier Bürger</a> (BfB)</li>
<li><a href="Christlich-Konservatives_Deutschland-Forum" title="Christlich-Konservatives Deutschland-Forum">Christlich-Konservatives Deutschland-Forum</a> (CKDF)</li>
<li><a href="Deutsche_Partei_(ab_1993)" title="Deutsche Partei (ab 1993)">Deutsche Partei</a> (DP)</li>
<li><a href="Geschichte_der_%C3%96kologisch-Demokratischen_Partei" title="Geschichte der Ökologisch-Demokratischen Partei">Ökologisch-Demokratische Partei</a> (ÖDP)</li>
<li><a href="Partei_Rechtsstaatlicher_Offensive" title="Partei Rechtsstaatlicher Offensive">Partei Rechtsstaatlicher Offensive</a> (PRO)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Andreas Schulze: <i>Kleinparteien in Deutschland: Aufstieg und Fall nicht-etablierter politischer Vereinigungen</i>. Chemnitz 2003, ISBN 3-8244-4558-1, S. 71ff. (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://books.google.de/books?id=sywaxlKl0a0C">Google Books</a>).</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Gideon_Botsch" title="Gideon Botsch">Gideon Botsch</a>: <i>Die extreme Rechte in der Bundesrepublik Deutschland 1949 bis heute</i>. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2012, S. 68.</span>
</li>
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